Ich werde mich sicher irgendwann daran gewöhnen, daß das Anbieten ärztlicher Leistungen hier genauso ein Geschäft ist wie Gemüsehandel oder Autoverkauf. Mit Rabatten aushandeln und Werbegeschenken. Heute bekam ich als “Welcome Gift” beim neuen Augenarzt gleich eine Plastiktüte mit kleinen Gimmicks. Brillenputztücher, gut das liegt noch nahe. Augentropfen, jeeiiin, ohne Untersuchung und Diagnose. Weiß nicht recht. Der Clou war der Coupon in Knallorange und von der Sprechstundenhilfe zeremoniell mit dem Tagesstempel versehen: wenn ich heute eine neue Brille verschrieben bekommen sollte und die auch sofort anschließend gleich nach dem Arztbesuch heute anmessen lasse und bezahle, dann bekomme ich auf Fassung und Gläser einen Discount vom praxiseigenen Optikerladen im Wartezimmer. Danke. Aber nein danke.
Beim Rausgehen springt mich die “Scheduling Specialist” schier an, es sei wegen des Kontrolltermins. Ja, aber, den hatte ich doch gerade? Schon. Aber der nächstes Jahr sei doch noch nicht im Kalender und wir könnten doch gleich… Herrschaften, ihr habt das vielleicht noch nicht gemerkt, aber es gibt einen Unterschied zwischen Kundenbindung und grober Aufdringlichkeit. Möglicherweise ist das nun wieder so ein”cultural” Ding und was ich lästig finde, ist im Verständnis des gemeinen Amerikaners nur guter customer service. Wurscht, ich will nicht sofort eine Brille und auch keinen Termin für nächstes Jahr. So lange im Voraus plane ich nicht.
* Ach, Herr Schmidt, wenn Sie wüßten… Hier haben die Ärzte Visionen.