Abenteuer SEV

Die Geißel des neuzeitlichen Großstädters ist und bleibt der Schienenersatzverkehr.

Raus aus der U-Bahn, rein in einen Bus, der, auch wenn die MVG-Verantwortlichen das wie ein Mantra daherbeten, nie und nimmer dieselbe Anzahl Passagiere schafft wie vorgenannte U-Bahn, dort viel zu eng gestopft über Kopfsteinpflaster gerüttelt werden (wohl der, die vorsorglich nochmal daheim auf dem Klo war) und an jeder Station mit fasziniertem Grauen auf die zusteigend Hineindrängenden starren und schließlich irgendwie wieder raus aus dem Bus und hinein in die U-Bahn, die aber aus unerfindlichen Gründen heute nur eine kleine Teilstrecke zurücklegt. Raus, auf dem überfüllten Bahnsteig warten und rein in die mit der richtigen Nummer.

Fast jede Fahrt dauert doppelt so lang wie sonst. Sei’s drum, ich hab Zeit und kann Puffer planen. Normalerweise würde ich einfach lesen und alles gut. Geht aber nicht bei dem Geruckel und Geschaukel und der Enge. Also schaue ich Leute. Oder halt wenigstens auf die Körperteile, die ich sehe. Das sind meist Oberarme, schlimmerenfalls Achselhöhlen, immer weiße Knöchel, weil sich alle irgendwo festklammern. Führt dazu, dass ich einen guten Einblick in das Tätowierhandwerk der letzten Jahrzehnte habe gewinnen dürfen.

Mein Favorit in der letzten Woche: ein behaarter Unterarm, auf dessen Innenseite

Bin ziemlich sicher, dass Tätowierer und Tätowierter in ihrer Einschätzung hinsichtlich Karolinens uneins sind.

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