Bags packed, ready to go

February 13th, 2018

Selbst die Buchauswahl (für unterwegs, für am Strand) ist schon abgeschlossen, s’Handtäschle und der Carry-on-Rucksack stehen auch bereit und der Pass ist sogar nach sieben Mal Nachschauen noch gültig. Bei den ägyptischen Pfund aus dem Fundus bin ich mir da nicht ganz so sicher…

Hab mich allerdings beim Einpacken gefragt, wie das früher war, als man halt ein paar Kopfwehtabletten für den Notfall eingesteckt hat und nicht die grünen für morgens und die roten für abends. Plus Kopfwehtabletten für den Notfall. Aber hey. Hauptsache reisefähig.

Endlich bewiesen

February 11th, 2018

… und ohne dem Mitgliederentscheid der SPD vorgreifen zu wollen: GroKo ist keine Lösung…

groko ist keine lösung

Nimmer ganz neu im Kino: The Party

February 11th, 2018

Was für ein Leckerbissen von einem Film – oder wie die Autorin und Regisseurin Sally Potter ihre ein bißchen mehr als eine Stunde dauerndes Schwarz-Weiß-Produktion beschreibt: “A comedy of tragic proportions.”

Ich möchte gar nichts spoilern. Wer ein perfekt besetztes, kleines, feines, gemeines, very British, oh so very very British Kammerspiel mit großartigen Schauspielern und punktgenauen Dialogen sehen will, ist hier ganz genau richtig.

Und hab ich den Soundtrack schon erwähnt? Hab ich nicht? Hätt’ ich aber sollen. Der ist nämlich auch Spitzenklasse!

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

Neu auf Amazon Prime: Philip K. Dick’s Electric Dreams

February 11th, 2018

Philip K. Dicks Kurzgeschichten sind inzwischen schon mehr als 50 Jahre alt und der Charme dieser Verfilmungen liegt unter anderem darin, dass Science seine Fiction in diesem halben Jahrhundert oft ein-, manchmal sogar überholt hat, anderes jedoch immer noch unerreichbar fern in den Sternen liegt. Die Episodes spielen in den unterschiedlichsten Umfeldern, allen gemein ist die allumfassende Fragen: Was macht den Menschen aus?

Amazon hat sich gute Autoren und gute Regisseure (häufig in Personalunion) geleistet und nicht an Ausstattung, Technik und schon gar nicht an Schauspielern gespart und so ist jede Folge dieser 10-teiligen ersten Staffel gut geraten. Manche sogar sehr gut. Mein Favorit ist “Autofac”, ganz dicht gefolgt von “Human is”.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

Konfliktlösung

February 10th, 2018

Das kleine Mädchen ist hin- und hergerissen: beim Zeitschriftenhändler ist Ausverkauf und es gibt nur noch zwei leuchtknatschpinke vollplastikene Einhörner mit Glitterschwanz und -horn zum halben Preis. Die Mama hat den Einkauf – vom Taschengeld – schon erlaubt und schaut ihrem Nachwuchs nun amüsiert beim Nachdenken zu: “Wenn ich es jetzt nehme, kostet mich das zwei Euro und ich muß noch… [Stirn gerunzelt, schließlich doch die Finger zum Abzählen hernehmend], noch vier…, fünf.., sechs Wochen warten, bis ich mir [hier das gerade aktulle Mußichhaben kleiner Mädchen einsetzen, ich habs nicht verstanden] kaufen kann” und setzt sicherheithalber nach “des wo der Papa fei schon erlaubt hat.” [Pause] “Wenn ich bis nächste Woche warte, zahlt der Papa das Einhorn. Aber dann ist es vielleicht schon weg… Mama?”

Mama ist heute im Erziehungsmodus: “Du kannst es dir ja noch überlegen. Ich geh derweil zum Pfister und hol dich nachher wieder hier ab. Mit oder ohne Einhorn.” Kaum ist sie aus dem Laden, steckt eine alte Dame der Kleinen ein Zwei-Euro-Stück zu. Die bedankt sich artig, verstaut die Münze sorgfältig in ihrer Geldbörse und verläßt den Laden, ohne den Plastikviechern auch nur noch einen Blick zuzuwerfen. Sie hinterläßt eine verblüffte Stille und die Erkenntnis, dass man Konsumgesellschaftsnatives auf gar keinen Fall unterschätzen sollte.

Noch 6 x Schlafen, und dann…

February 9th, 2018

Aufstehen

Nimmer ganz neu im Kino: “What Happened to Monday ?”

February 7th, 2018

Es ist immer ganz besonders ärgerlich, wenn eine richtig gute Idee Nichtskönnern in die Hände fällt. So wie hier, wo die Grundvoraussetzungen alle stimmen. Die Themen: Rohstoffknappheit, Überbevölkerung, Gegenmaßnahme: Ein-Kind-Politik. Trotzdem zieht William Dafoe seine sieben eineiigen Enkeltöchter (alle sieben: Noomi Rapace; das hat man aber in Orphan Black von Tatiana Maslany gespielt auch schon mal in gut gesehen) groß und gibt ihnen das Rüstzeug für ein Leben in dieser Gesellschaft mit. Und dann fallen dem Regisseur nur noch Blutbäder ein und zierliche Siebenlinge gegen bullige Black-Ops-Typen und abbe Gliedmaßen hier und ordentlich würgen da und wer wann was weiß wird weder erklärt noch irgendwie entwickelt und Glenn Close darf, nach anfangs zickig, nur noch böse und dann verbrennen wir die Hexe (jaha, schwer symbolisch) und dann muß Frau Close noch ein bitterböses Statement abgeben und dann ist der Film endlich aus.

Was hätte ein guter Regisseur daraus alles machen können? Und wie sehr hat Tommy Wirkola dieses Projekt verhunzt. Schade. Sauschade.

Außerdem: wer hat das gecastet? Der muß irgendwas falsch verstanden und sich seine Besetzung aus einer Anorexie-Klinik zusammengefangen haben.

Aus der Reihe: Bilder, die ich gerne gemacht hätte

February 7th, 2018

Aus der dunklen Tiefgaragenauffahrt steigt, breitbeinig und martialisch, eine Fünferkette Polizisten in schwarzer Uniform auf – genau so lange, bis sie meiner und des Corolla gewahr werden. Dann wenden sie sich wie auf Kommando nach rechts und gehen brav im Gänsemarsch, die Formation nunmehr länglich statt breit, das für Fußgänger vorgesehene Schmaltrepplein hinauf.

Das Bild würde ich nennen: “Oh, have the Mighty fallen”.

Wo kommsch jedzd au du her?

February 6th, 2018

Es gibt so ein paar Dinge im Leben eines Menschen, die kann er sich nicht aussuchen. Eltern, zum Beispiel. Oder wie und wo er aufwächst, der Mensch. Bei mir wars eine schwäbische Kleinstadt, noch dazu eine fränkische Enklave im Hohenlohischen und so eine Sprachprägung kriegt man nie mehr los. Und man glaube mir: ich habs versucht. Heißes Bemühen und alles.

Anderer Menschen Wiege stand am Nordrand des Ruhrgebiets und gleichzeitig am Südrand des Münsterlandes. Und das ist auch echt hart. Gibt man den Ortsnamen ein, dann brüllt es gleich aus dem Internet: Pater James geknebelt und gefesselt! So sind die da drauf. Pfarrer überfallen. Wenn man den Schock verdaut hat (und bei seinem Gegenüber eventuelle Gewaltphantasien weitestgehend ausschließen kann), macht es große Freude, das aktuelle Kulturprogramm der Region für den nächsten Monat zu studieren, weil sich dergleichen Preziosen finden: neben Perlen der Travestie und Heilgesang mit Betty in der Atempause Salzgrotte wird Italienisch für Teilnehmer angeboten und für morgen Abend haben wir uns die Ordentliche Mitgliederversammlung des Chaostreffs Recklingshausen e.V. vorgemerkt.

Außerdem Theater. In Wanne-Eickel nämlich steht ein Mondpalast und dort geht’s ab. Aber Hallo!

Ronaldo & Julia – Zwei Herzen zwischen BVB und S04 (Tickets buchen Sie hier!) Mit Humor und Charme wird die Geschichte von zwei Wirten und ihren Familien erzählt. Die mittelschwere Katastrophe: Ihre Kneipen liegen Wand an Wand und sie vertreten zwei unversöhnliche Glaubensrichtungen – Schalke und Dortmund! Zwischen Tochter Julia Kapulinski und Nachbarssohn „Ronaldo“ Montakowski funkt es allerdings heftig – ob die Liebe siegt? Angezettelt hat den Zoff der sensationell erfolgreiche Ruhrgebietsautor Sigi Domke. Plötzlich fällt ein Mann aus dem Beichtstuhl. Bringt er den Frieden? Ist er die Lösung aller Probleme? Sie werden es sehen… Ha! Ich hätte wetten können, dass es keiner merkt. Die Fallmann aus dem Beichtstuhl gehört schon ins nächste Erfolgsstück gleichen Titels.

Irgendwas haben sie doch gemeinsam, diese Volkstheater produzierenden Kleinstädte: ob Der verkaufte Großvater, Tratsch op de Trepp oder Jeck em Kopp – bei all diesen Schwänken reicht der Titel, um zu wissen, was kommt. Und ganz egal ob Ruhrgebiet oder schwäbische Provinz, man darf sich freuen, in die Großstadt entkommen zu sein.

In the Hood

February 5th, 2018

Ich wohne hier nun schon seit über zwei Jahren und man kennt den einen oder anderen Nachbarn vom Sehen, Grüßen, gar einem kleinen Schwätzle. Der Herr aus Hessen vom Ersten ist dieserabend offensichtlich ganz besonders konzilianter Stimmung und flötet sein “Wo wollen Sie denn heute mal heeehhnn?” so schön, dass der Aufzug mirnixdirnix zum Cage aux Folles wird. “Hmmm…” geh ich auf sein Spiel ein und tu so, als müßte ich recht fest nachdenken, dann flöte ich zurück: “Hmmm. Ich glaube, ich nehehme mahal die Föhönf.” Das nimmt er ganz begeistert auf: “Dann drück isch Ihne Ihr Knöppsche, abber isch muß heude leider uff der Eeenz scho raus, gleisch sind Nachrischte.”

Tja dann: einen schönen Abend, Herr Nachbar.