Quadruple D

January 21st, 2017

Nein, nicht was Donald jetzt denkt. Ganz anders.

Die – treuen Lesern wohlbekannte – Demirsche aus dem Dritten, meine Waschküchenbekanntschaft, hat mir soeben das Du angeboten und jetzt steh ich da. Ich habe die Distanz, die das “Sie” schafft und die das “Du” bewußt aufhebt nach jahrelangem “you” und Vornamengebrauch mit Autoschlossern, Bankern und sowieso jederman und -frau wieder sehr zu schätzen gelernt und bin bis heute unsicher, wie man dieses Angebot höflich ausschlägt.

Wie’s dazu kam? Ich betrat die Waschküche mit vollem Schmutzwäschekorb und dem Wunsch, diese zu waschen. Dieweil attakierte Frau Paula* den Trockner mit dem Messer. Den ganzen Trockner? Nein, nicht doch, nur das dem Hausmeister vorbehaltene Fach, hinter dem sich das Ganzgroßflusensieb verbirgt. Wenn das mal voll ist, verweigert die Maschine weitere Dienste. Ich hätte klein beigegeben und die Wäsche zum Trocknen aufgehängt, nicht so Frau Paula, die das als persönliche Beleidigung und Behinderung in ihrem Waschfrauenprozeß auffaßte. Wir haben das vermaledeite Fach mit Messer und Schraubenzieher aufgestemmt, dann den Siebkasten entfernt und gereinigt (bäääähhhhh!) und dann – und dieses Mal richtig herum – wieder eingesetzt. (“Des g’hert so, Frau Paula, die Schrift oben und die drei Bürzel unten, auch wenn’s vorher anders war.”) Frau Paula ist begeistert, ich kann mir nachher das Aufhängen sparen und der Hausmeister sich vielleicht mal aufs Schneeräumen konzentrieren. Also wenn das keine Win-Win-Win-Lösung ist.

Soweit zum aufregenden Samstagnachmittag in der Wohnanstalt.

* Das ist in der Welt der nunmehr alliterationslosen Dame aus dem Dritten aus meinem Vorschlag geworden, man könne sich meinethalben mit Vornamen ansprechen, aber weiterhin siezen. Wie gesagt, ich weiß nicht, wie man dieses Angebot höflich ablehnt. Ratschläge, irgendwer? Aber die Lösung paßt.

Grab’ em!

January 21st, 2017

balls

By all means. Wenn’s der Auflagensteigerung dient.

D-Day

January 21st, 2017

Die Post, die mich seit gestern aus meinem ehemaligen Gastland erreicht, besteht zu ziemlich genau gleichen Teilen aus persönlichen “NMP*”-Statements sowie Links zu Shows, Tweets und anderen Stellungnahmen von Comedians, Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, die Präsident Trump auch nicht leiden können und der vorsichtigen Anfrage, wie der deutsche Arbeitsmarkt denn aktuell so aussähe und ob die deutsche Sprache wirklich so schwer zu lernen sei. Ganz unverbindlich, nur mal so aus Interesse.

Oh Mann! Und ein wirklich tiefempfundenes “God (oder welche Entität immer) bless America!”

* Die Abkürzeritis in USA macht auch vor Mißfallensäußerungen keinen Halt. Für die, die sich’s eh schon gedacht haben: NMP = Not My President!

Kettenreaktion

January 19th, 2017

Erst gings im Sportverein von Steffis Bruder vom einen zum anderen, dann hat er’s brav heimgebracht, und seiner Mutti weitergegeben, der großen Schwester und der kleinen. Die Kleine ist bei uns Praktikantin und hat sich trotzdem am Montag ins Büro geschleppt. Wahrscheinlich hat mich der Tummy Bug* gestern aus Rache dafür niedergestreckt, dass ich sie heimgeschickt und ihr die Regel “NOT sharing is caring”** beigebracht habe.

* “Tummy Bug” ist der amerikanische Euphemismus für einen Magen-Darm-Infekt.

** Sinngemäß: “Bleib verdammt nochmal daheim, wenn du was ansteckendes hast, damit nicht die anderen Kollegen auch noch alle krank werden.”

Mehr Jazz

January 18th, 2017

Am Dienstag spielte in der Unterfahrt das Albert Vila Quartett und nach der ersten Nummer war ich überzeugt, dass E-Gitarre und Jazz nicht zusammengehen. Zu schrill, zu dominant, zu gar nicht schön. Dann hat der Herr am Mischpult an ein paar Knöpfen gedreht und Herr Villa an seinem Verstärker auch und dann wurde es eines der schönsten Konzerte, die ich seit sehr langem gehört habe.

Es schadet natürlich nie, wenn Shai Maestro am Piano mitzaubert. Der ist wirklich großartig.

Honi soit

January 16th, 2017

“Sehr gerne unterstützen wir Sie bei Ihren individuellen Fragen und Antworten” lese ich vorhin auf den Hilfeseiten einer Website. Warum nur denke ich seitdem an den alten Management-Spruch “If I want your opinion I give it to you”? Liegt bestimmt an meiner schlechten Winterlaune.

An Egon Tief* und Brigitta Hoch

January 16th, 2017

Es soll flockblog-Leser geben, die finden, dass ich mich zu oft übers Wetter beschwere. Aber über das, was ihr beiden da angerichtet habt, kann nur ein ausgewachsener Masochist nicht schimpfen. Solche wie ich verlassen abends müde das Büro und haben dann erst mal ein zugeschneites Auto abzukehrkratzen, damit sie sich eine Viertelstunde später mit Schneeschuhen (also Stiefel, in die der Schnee von oben rein gequollen ist, weil ich das Auto schon morgens wg. mangelnden Räumdienstes im Tiefschnee parken mußte), klitschnassem Mantel und Bohème-Händen sowie dauergenäßter und beschlagener Brille auf den Heimweg machen können.

Und was für einen Heimweg! Jede Bamperlstraße im Industriegebiet trägt eine dicke Haube aus Neuschnee auf bereits eisverkrusteten Fahrspuren, vom Armaturenbrett blinkert es alle Nase lang in Quietschorange “HILFE! Ich rutsche!” und auf der Hauptstraße sieht es kein Stück anders aus, außer, dass viel mehr ebenso genervte Autofahrer unterwegs sind.

Wintertraum und g’führiger Schnee? Ich seh mich in dem weißen Dreck schon auf Krücken herumrutschen und habe es sehr dick.

 

* Egon übrigens ist seinem Beruf als Sturmtief sehr ernsthaft nachgegangen. Als ich Donnerstagfrüh in den Lift stieg, hat er im Aufzugschacht herumgeheult und sich dann mit Kabinenschütteln vergnügt. Der hätte doch auch was Gescheites lernen können. Manno.

Eingereicht vom furchtlosen Auslandskorrespondenten

January 15th, 2017

Mit dem Kommentar: “Wir sind jetzt alle furchtlose Führer. Wahrscheinlich die größten aller Zeiten…”

Fragen hierzu:
1. Sind wir dann Gröfufazen?
2. Oder bleiben die Geschicke der Welt in den Händen realitätsaverser Politdarsteller?

Fearless Leader

Ma muaß grod redn mid de Leid

January 15th, 2017

Es gibt so Wochen, da hat man am Ende direkt Fusseln am Mund; vor lauter an d’Leid hinreden.

Wenn zum Beispiel die Leute vom Möbelhaus für die Lieferung des langerwarteten neuen Bettes Mindestzeitfenster von 5 Stunden anbieten. Das ist ein halber Urlaubstag, und den wüßte ich wirklich für besseres aufzuwenden, als daheim zu sitzen und “Warten auf Godot” nachzustellen. Das merke ich, möglicherweise mit einem leicht gereizten Unterton, an und da fällt der Dame ein, dass man ja auch einmal wöchentlich Lieferungen für Berufstätige mache. Ab 17:00 Uhr. Prima! Super-Service! Nehme ich. Befragt, warum sie mir die Option denn nicht gleich gegeben hätte, kommt sie mir mit der Hoffmannsthal-Erwiderung: Da könnte ja jeder kommen.

Mein gesetzestreuer Vermieter hat per Aushang die Anstaltsinsassen davon in Kenntnis gesetzt, dass dies die Woche der Rauchmelderinstallation sei. Mein Stockwerk ist am Dienstagnachmittag dran, zwischen 12:00 und 16:00 Uhr. Auch dafür ist mir ein halber Urlaubstag zu schade und mit der Erfahrung oben gewappnet, versuche ich den Trick mit den Terminen für Berufstätige gleich noch mal bei den Räuchermännern. Klar gehe das und ob mir Samstag recht wäre. Dass ich nicht die einzige bin, die auf diesen Dreh gekommen ist, merke ich, als mich am Samstagmorgen das schrille Kreischen einer Bohrmaschine weckt und der Lärm (sechs Löcher pro Wohnung) sich in ca. Viertelstundenabständen wiederholt.

Ein neues Bett ist was feines, fraglos, Rauchmelder sind auch nicht dumm, aber die wichtigste Terminvereinbarung in dieser Woche galt der Neuknieinstallation. Nachdem mich die Internistin auf Herz, Nieren und sonstige Innereien geprüft hatte, und auch Blut und Wasser keine besorgniserregenden Ergebnisse zeigten, sprach ich mit einem Bündel o.B.-Zettel wieder beim Chirurgen vor. Der stimmte der Kollegin zu, ich sei operabel und die für Termine zuständige Mitarbeiterin trug mich spontan für Ende März in seinen OP-Kalender ein. Ich glaube, meine Engelszungen sind am Telefon einfach auf Autopilot gegangen: mit dem Resultat, dass ich Ende März seit fast einem Monat aus der Reha wieder zurück sein werde, weil der Knietausch schon Anfang Februar stattfindet. Übernächstes Wochenende packe ich meinen Koffer.

Wenn einem die Eltern schon keinen zweiten Vornamen geben, dann macht frau das eben selbst und Persistence be my middle name. Paßt doch wunderbar zur Aufforderung meines US-Versicherungsvertreters: “Say hello to the 2017 you!”

In Hadern geht’s ab

January 14th, 2017

Aldo

Adriano Celentano ist Italiens berühmtester „Brustpelz-Export“ und gilt als Italiens Antwort auf Elvis Presley. Aldo Celentano – das Double aus dem Remstal – ist fast 25 Jahre jünger als sein großes Vorbild. Eigentlich eher durch einen Zufall fiel die verblüffende Ähnlichkeit zwischen ihm und dem großen Künstler Adriano Celentano auf: Seit seinen ersten Auftritten ist Aldo ein gefragter Musiker geworden. Aldo tritt inzwischen mit seiner Band in ganz Europa und auch in den USA auf! Nach zwei Jahren nun auch endlich wieder auf der Haderner Mpore!
www.aldo-celentano.eu

Beruhigend zu wissen: es gibt noch genügend Tickets.